(english below)
Am Abend zuvor war Waschtag. Fahrradhose, Socken, Top kamen mit unter die Dusche. Ja, unter die Dusche, denn das Waschbecken befand sich mit in der Dusche. Man konnte also duschen und gleichzeitig seine Klamotten im Waschbecken waschen. Ein Zwei-in-Eins-Erlebnis. Wir hatten in unserer Zwei-Zimmer-Suite sogar einen Balkon und der hatte eine Wäscheleine. Es wehte ein kleines Lüftchen, so würden unsere Sachen morgen sicherlich trocken sein.
Waren sie nicht. Malte hatte Sachen doppelt mit, ich nicht, also hieß es, in die feuchten Klamotten steigen. Nach ein paar Minuten waren sie dann auch wieder warm. Bei gutem Wetter ist so etwas ja nicht so schlimm, trocknet am Körper.
Vom Frühstück hat Malte bis zum Mittag aufgestoßen, seht selbst:
Es folgten die einfachsten 85km unserer Radreisengeschichte. Garmin sagt, wir bräuchten 0 Stunden Erholungszeit, das empfinden wir jedoch als Frechheit. Es sind ja trotzdem 85km, durchschnittliche Herzfrequenz 99, ich sach ja: Z1. Die Hamstrings halten, aber der Arsch... der macht sich bemerkbar beim Aufsitzen. Erstaunlich ist jedoch, dass der leichte Schmerz nach ein paar Minuten im Sattel verflogen ist.
Die Radwege sind hier einfach gut. Und so gut geführt und ausgeschildert. R10 ist unser Weg. Und wer hat es finanziert? Die EU - ein Hoch auf die EU.
Heute hatten wir aber auch die längste Steigung (ein Witz) und die längste Strecke auf der Straße, ohne Radweg, ca. 10km. Auch ein Witz im Gegensatz dazu, was wir sonst schon so erlebt haben. Rumpelig war die Straße allerdings. Sie führte immerhin auch an einer Wiese mit Kranichen vorbei und durch Orte mit Störchen auf den Dächern.
Orte - heute sind wir ziemlich viel übers Land gefahren und haben Polen endlich mal von seiner Alltagsseite gesehen. In den Dörfern steht Platte und oll, neben schön und toll.
Das Wetter blieb auch gut und der Regen über den Mittag verzog sich, welchen wir in einer Kebabbude auf einer Touristenmeile verbracht haben, sie war jedoch sehr gut zu ertragen und im Gegensatz zu denen, die wir schon erlebt haben, nicht voll. Überraschenderweise werden die Fußballschussstärkemessautomaten wirklich benutzt. Bunte Fäden ins Haar flechten auch. Air Hockey auch. Wir kamen allerdings noch nicht dazu, selbst Geld in Automaten zu stecken.
In Ustka lohnte sich Lidl enorm und kurz vorm Ziel überraschte uns noch das Empire of Makeup.
In unserer Unterkunft ist ein wenig Klassenfahrtsfeeling: wir sind in einer von drei Hütten, die anderen beiden mit Anfang 20ern gefüllt, die schon wild auf dem Trampolin gehopst sind und im Pool gerangelt haben. Gerade ist die Musik aus. Die Hütte hat eine sehr einfache Ausstattung, auch ein wenig nicht so sauber, immerhin gibt es eine Couch, aber cozy - wissen wir nicht. Der Wäscheständer ist aber top!
Zum Abendessen gab es Linsennudeln mit Tomatensoße und die Fanta.
Eine herbe Enttäuschung. Drei Tag haben wir die Fanta mit uns herumgeschleppt und dann schmeckt sie grauenhaft - Süßungsmittel. Wer konnte das ahnen. Von vorne sieht sie ganz normal aus. Und dann das. Eine herbe Enttäuschung. Ich muss jetzt ein Mentos essen, mit echtem Zucker. Und zum Glück haben wir auch noch weiteres Naschi.
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| Traumhafte Radwege |
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| Platte. |
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