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Polen 2024 - Tag 6 - 71km - Kirzkowo - Jastarnia

(english below)

Schon von Beginn an, 20km durch einen wunderschönen Wald, war uns der Rückgang der Menschenmengen aufgefallen und auch hier auf Hel ist es wirklich ok. Alle Ostseeorte sind weniger voll mit Touristen. Das lange Wochenende ist vorüber. Das Eis und der Cappuccino nach 20km waren super, so super, dass wir zuckertrunken unser Kleingeld investierten.


Wir haben es getan. Wir haben 13 Zloty in 4 Münzen in verschiede Kaugummiautomaten investiert und wurden herb enttäuscht: Sie spuckten Hodenfarbenes aus und den hässlichsten Flummi auf der Welt. Überraschenderweise kann das blaue Teil wirklich Licht mit einer mini LED erzeugen. Schaut selbst:

 

Ich wollte einen matten Flummi in zwei übergehenden Farben, stattdessen habe ich einen Italien-Flummi bekommen, mit krumpeligem Rand. Der springt gar nicht exakt. Und die Pokemons sind wirklich hässlich. Aber die Pokemonkugeln sind cool und wie ich jetzt von einer Pokemon-Expertin erfahren habe, heißen die beiden Elekid and Makuhita. Erstes Stadium, aber ihre Entwicklung ist cool: Mareikes (links) wird ein Elektro irgendwas und meiner wird ein Fighter. Yeah und wenn ich so recht drüber nachdenke auch gar nicht mehr so hässlich und uncool und die Enttäuschung ist verflogen. Und mit dem kleinen Licht kann ich heute die ganze Nacht Malte nerven. Ham' sich die 13 Zloty doch gelohnt.

In Wladystawowo, der letzte große Ort vor der Landzunge, aßen wir Pizza und Burger 

und ich nutzte die Chance, die Bedienung nach dem Touristischen auszufragen: Diese Touristenmeilen mit den Buden existieren nur bis Oktober, danach ist alles abgebaut, auch deren Bistro macht dann zu und die Touristen sind echt ok. Man konnte sich nicht beklagen. Das hörten wir gerne. Möglicherweise ist das in Rewal, dem Ballermann der Ostsee, anders, das können wir aber nicht wissen.

Jetzt werfen wir uns in den Pokemonbällen Weingummi zu. Also ich befülle Maltes Pokemonball mit Weingummi und werfe ihn zu ihr. Sie liegt im Wohnwagen und ich sitze im Vorzelt und schreibe den Blogeintrag. Wir übernachten heute in einem Wohnwagen auf einem kleinen Campingplatz. 

Endlich konnte auch der mitgebrachte Campingkocher genutzt werden und die Daunenjacke kommt auch zum Einsatz. Das Wetter ist ein wenig kühler geworden und zwar so angenehm, dass wir in T-Shirt und kurzer Hose auf der Fahrt nicht ins Schwitzen gekommen sind. 

Wir sind auf Hel gelandet. Ganz anders als die Ostsee zuvor sind wir jetzt in einem Wassersportparadies, einem Surfmekka für Besserverdienende. Diese Landzunge, jedenfalls soweit wir die ersten 17km erkunden konnten, ist nur mit kleinen Campingplätzen besiedelt, Hotels und Bettenburgen fehlen komplett. Dafür kommt man an Surfshops, Surfschulen und kleinen Häfen vorbei. Auf dem Wasser sind Windsurfanfänger*innen, Segelboote, Wingfoiler und Kitesurfende, SUPs, Wassermotorräder. 

Es ist total schön hier. Nach der Ankunft hat sich Malte direkt in die Strandbar gesetzt und ich war ein bisschen die Gegend erkunden. Nach meiner Tour gesellte ich mich dazu und es war herrlich, aufs Wasser zu schauen. 


Der Campingplatzhund ist unser Freund.



Interessante Fotowände.

Solche Häuser sind nicht ungewöhnlich entlang der Ostseeküste.

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Right from the start, 20km through a beautiful forest, we noticed the decrease in crowds and it's really ok here on Hel too. All the Baltic resorts are less crowded with tourists. The long weekend is over. The ice cream and cappuccino after 20km were great, so great that we invested our change, drunk on sugar.




We did it. We invested 13 zlotys in 4 coins in various chewing gum machines and were bitterly disappointed: they spat out testicle-colored gum and the ugliest flummi in the world. Surprisingly, the blue thing can really produce light with a mini LED. See for yourself:


 


I wanted a matte flummi in two transitioning colors, instead I got an Italy flummi, with a crinkly edge. It doesn't bounce exactly. And the Pokemons are really ugly. But the Pokemon balls are cool and, as I've now learned from a Pokemon expert, they're called Elekid and Makuhita. First stage, but their evolution is cool: Mareike's (left) will be an Electro something and mine will be a Fighter. Yeah and when I think about it, not so ugly and uncool anymore and the disappointment is gone. And I can annoy Malte all night with the little light. It was worth the 13 zloty after all.


In Wladystawowo, the last big town before the headland, we ate pizza and burgers 



and I took the opportunity to ask the waitress about the tourist attractions: these tourist miles with the stalls only exist until October, after that everything is dismantled, even their bistro closes and the tourists are really ok. There was nothing to complain about. We were happy to hear that. Maybe it's different in Rewal, the Ballermann of the Baltic Sea, but we have no way of knowing.


Now we throw wine gums at each other in the Pokemon balls. So I fill Malte's Pokemon ball with wine gums and throw it to her. She's lying in the caravan and I'm sitting in the awning writing this blog entry. We are staying in a caravan on a small campsite tonight. 



We finally get to use the camping stove we brought with us and the down jacket is also put to good use. The weather has become a little cooler and so pleasant that we didn't break a sweat on the journey in our T-shirts and shorts. 



We have landed on Hel. Unlike the Baltic Sea before, we are now in a water sports paradise, a surfing mecca for high earners. This headland, at least as far as we could explore the first 17 km, is only populated with small campsites, hotels and bed castles are completely absent. Instead, you pass surf stores, surf schools and small harbors. There are windsurfing beginners, sailing boats, wingfoilers and kitesurfers, SUPs and water bikes on the water. 



It's absolutely beautiful here. After arriving, Malte went straight to the beach bar and I went to explore the area a bit. After my tour, I joined him and it was wonderful to look out over the water. 






The campsite dog is our friend.






Interesting photo walls.



Houses like this are not uncommon along the Baltic coast.

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