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Polen 2024 - Tag 1 - 700m

(english below)

Swinemünde

Wir sind in Polen unsere Tour beginnt.
Noch nicht ganz, denn erstmal müssen wir nach einem 10 Stunden Zugtag erstmal schlafen und morgen begeben wir uns auf die Strecke. Heute sind wir trotzdem schon direkt ins Land eingetaucht, ich war einkaufen und Malte hat draußen gewartet. Wie in Schweden, wie bei der DK-SE Tour, unsere Routine läuft. 
Ich kommunizierte schon quasi fließend auf polnisch und ließ eine Dame mit einem Eis vor an der Kasse. Sprachbarrieren gibt es nicht.
Draußen traf ich die aufgebrachte Malte. Sie hatte sich die Sonnenbrille vom Gesicht gerissen und der Mund stand offen: Sie hatte Hagen gesehen. 
Das hört sich an wie eine Fata Morgana und war es auch, denn Hagen, der Ex von Jannis, der wiederum der längste Schulfreund von Malte ist, ist gerade in New York.
Ankunft in Swinemünde hätte 16:40 sein sollen, aber hätte, hätte, Fahrradkette (meine ist ja, wie schon beschrieben, frisch geputzt und gewachst, gold glänzend). In Rostock waren wir nämlich überkompetent und hasteten mit unseren Fahrrädern die Treppe herunter, weil wir doch auf Gleis 4 wechseln mussten um unten festzustellen, dass wir an derselben Stelle wieder hoch mussten??? Hoch mit dem Aufzug und laufen half nicht, der Zug fuhr uns vor der Nase weg. Warum überkompetent, das hört sich doch ziemlich dämlich an - ja, wären wir nicht so kompetent gewesen, unsere Fahrräder die Treppe herunter schleppen zu können, hätten wir uns an der langen Schlange am Fahrstuhl angestellt und hätten dort Zeit gehabt, ganz genau zu schauen, wo wir hin müssen. Schräg rüber und gerade aus weiter, ebenerdig. Der Zug wartete, aber nicht mehr auf uns.
Zwei Stunden verbrachten wir dann in Rostock, aßen Mittag, regten uns über die FDP auf, die nur 5% hat und meint, alles bestimmen zu dürfen und über die Grünen, die über jedes Stöckchen springen und über die SPD, weil sie ein Lakai von der FDP ist. Wie kann das sein, dass die 5% Partei den Kurs angibt, Frechheit! Wir gingen rechtzeitig zurück und allein beim Warten hätten wir gerne 50er Sonnencreme gehabt fürs Stehen am Gleis. Immerhin ging es einem anderen Fahrradpaar (es gab viele Fahrräder heute) genauso wie uns, sie reisten in Rostock erst ins Untergeschoss immerhin mit dem Unterschied, dass wir beide davon überzeug waren, runter zu müssen und bei denen die Frau wohl das Richtige sagte, aber er nicht zugehört hat. 
Lars: "Hast Du gedrückt?"
Malte: "Sag das nie wieder!" So lief spätestens ab Rostock unsere Kommunikation am Fahrstuhl ab, lachend. 
Wir haben hier ein 9,8 Sterne Appartment (Booking.com) in einer Neubausiedlung, also im echten Leben und nicht unter Touristen im Hotel und wir staunten, als uns der Mann alle Fahrradtaschen hochgetragen hat. Das war uns beiden noch nie passiert, und wir sind uns sicher, dass uns das in Deutschland nie passiert wäre.

Morgen geht es los, 74km mehr und weniger an der Küste entlang. Wir freuen uns. Der erste Eindruck von Polen ist toll.

Linsennudeln mit Tomaten- und Soße mit Gemüsesnacks als Abendbrot.

Ausblick von unserem Appartement.

Das Leben in vollen Zügen genießen. Mit den Pfadfindern habe ich zwischendrin eine Runde Uno Flip mitgespielt.

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Swinoujscie

We are in Poland and our tour begins.
Not quite yet, because first we have to sleep after a 10-hour day on the train and then we'll set off on the route tomorrow. Nevertheless, we dived straight into the country today, I went shopping and Malte waited outside. Just like in Sweden, just like on the DK-SE tour, our routine is running. 
I was already communicating almost fluently in Polish and left a lady with an ice cream at the checkout. There are no language barriers.
Outside, I met the upset Malte. She had ripped her sunglasses off her face and her mouth was open: she had seen Hagen. 
That sounds like a mirage and it was, because Hagen, Jannis' ex, who in turn is Malte's longest school friend, is currently in New York.
Arrival in Swinemünde should have been 16:40, but should have, should have, bike chain (mine is, as already described, freshly cleaned and waxed, shiny gold). In Rostock we were over-competent and hurried down the stairs with our bikes because we had to change to platform 4 only to realize that we had to go back up at the same place??? Taking the elevator up and walking didn't help, the train left right in front of us. Why over-competent, that sounds pretty stupid - yes, if we hadn't been so competent at lugging our bikes down the stairs, we would have stood in the long line at the elevator and had time to see exactly where we needed to go. Diagonally across and straight on, at ground level. The train was waiting, but not for us.
We then spent two hours in Rostock, had lunch, got upset about the FDP, which only has 5% and thinks it can decide everything, and about the Greens, who jump over every stick, and about the SPD, because it is a lackey of the FDP. How can it be that the 5% party sets the course, impudence! We went back in good time and while waiting alone we would have liked to have had 50 sunscreen for standing on the track. After all, another couple of cyclists (there were a lot of bikes today) felt the same way as us, they first traveled to the basement in Rostock, at least with the difference that we were both convinced that we had to go down and the woman probably said the right thing, but he didn't listen. 
Lars: “Did you press the button?”
Malte: “Never say that again!” That's how we communicated at the elevator from Rostock at the latest, laughing. 
We have a 9.8-star apartment here (Booking.com) in a new housing estate, so in real life and not among tourists in a hotel, and we were amazed when the man carried all our bike bags up. That had never happened to either of us before, and we're sure it would never have happened to us in Germany.

Tomorrow we set off, 74km more or less along the coast. We are looking forward to it. Our first impression of Poland is great.


Lentil noodles with tomato and sauce with vegetable snacks for dinner.


View from our apartment.


Enjoying life to the full. I played a round of Uno Flip with the scouts in between.



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