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Litauen 2025 Tag 4 - 86km 180hm

 32°C - der Arsch klebt.

Und damit, verehrte Bloglesenden, bin ich zurück bei den Arschthemen. Die Alteingelesenden kennen das ja schon und willkommen die anderen. 

Fahrradfahren - natürlich ist das ein Thema für den Allerwertesten. Malte hat eine neue Radhose und merkt bislang gar nichts. Ich habe die dünne von SQLab und sie passt halt nicht richtig. Die schwierigen Stellen sind aber nicht die Stellen auf dem Sattel, sondern an Stellen neben dem Sattel scheuert der löchrige Stoff der Hose. Auch hier hilft Kinesiotape. Ich will jetzt auch so eine Hose wie Malte haben und so werden wir auf unserer morgigen Tour einen Radladenbesuch einbauen. Es sind nur noch 20km bis Kaunas und gleich nach dem Blog werden wir uns eine schöne Tour durch die Stadt zusammenbasteln. 

Und da sind wir auch direkt auf Youtube hängen geblieben und haben uns ein Video von Streetart in Kaunas angeschaut. Uiuiui, ich muss schnell zuende schreiben und währendessen recherchiert Malte die Orte und architektonische Highlights. "Kaunas ist die zweitgrößte Stadt Litauens. Sie zählt mehrere tausend moderne Gebäude, die zwischen den beiden Weltkriegen errichtet wurden und durch ihre edle Schlichtheit und geometrische Geradlinigkeit bestechen. 1919 zog sich die litauische Regierung angesichts einer drohenden bolschewistischen Invasion nach Kaunas zurück. Es folgte eine rasante Verwandlung der Stadt. Architekten ließen sich von den innovativsten Strömungen inspirieren und entwickelten einen eigenen Stil, der modern und zugleich von der litauischen Mythologie und Folklore geprägt war." (Arte Doku: Kaunas - Glanzstück des litauischen Modernismus.)

Heute fühlten wir uns endgültig wie richtige Adventurebikepacker, denn wir können jetzt sagen, dass wir tagelang an einer Straße entlang gefahren sind. Das kennt man sonst nur aus China oder Australien oder so... Jetzt sind wir das auch - so! Die 141 war auch heute unser Freund und die Kilometer flossen nur so dahin. Straße, eine lange Straße, sehr lang. Aber auch breit. Unangenehm war es aber dann schon, wenn im Gegenverkehr jemand überholt hat und uns plötzlich zwei Autos entgegenkamen, auf beiden Spuren. 

Mittagspause beim Dönerwagen. Die Polizei kam auch vorbei zum Mittagessen holen, die blieben allerdings mit eingeschaltetem Motor stehen, damit ihre Klimaanlage lief. Uns rettete nur der Schatten. Es ist aber tatsächlich gar nicht so schlimm, bei 32°C in der Sonne Fahrrad zu fahren. Der Fahrtwind kühlt. Ab morgen soll das aber vorbei sein und auch ein wenig Regen fallen. 

Bevor es nach dem Mittag weiterging, fuhren wir noch einen kurzen Schlenker hoch zur Kirche: Heute ist Maria Himmelfahrt, ein Feiertag in Litauen. Wir sahen viele Menschen ein- und ausgehen, mit Blümchen in der Hand und schick angezogen. Drinnen wurde ein bisschen gesungen, es schien aber kein Gottesdienst gewesen zu sein. 

Die letzten 10km fuhren wir einen sehr staubigen Weg an der Memel entlang. Sehr staubig. 


Alles war staubig und unsere Fahrräder nur noch staubgrau. 

 

Dann wurden wir in unserer Ferienwohnung herzlich empfangen und konnten alles mit einem Handfeger entstauben, auch uns, aber das mit einer Dusche. 

Und kurz davor noch ein Wunder! Im Supermarkt hier gab es glutenfreie Nudeln und Barilla Nudelsoße!!! Also gab es heute abend zu Hause in der riesigen Ferienwohnung das erste Mal Nudeln. Herrlich, zu Hause kochen. Ich persönlich finde das nach einem langen, anstrengenden Tag draußen, entspannter als noch in einem Restaurant oder Bistro zu sitzen. Aber man muss halt nehmen, was kommt und heute kam eine riesige Ferienwohnung in einem riesigen und sehr cool aussehenden Haus, mit zwei super süßen Hunden.

Noch verstehen wir Litauen nicht wirklich, aber eins können wir schon sagen: Wenn die Litauer wollen, dann können sie und zwar richtig!

Wenn sie jedoch nicht wollen, dann sieht man solche Häuser.

Ach ja, und Störche haben wir gesehen, sehr sehr viele Störche.

Eine Wiese voller Störche.


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