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Litauen 2025 Tag 6 - 75km 482hm

Wir waren heute in Tansania.

 

So sah das hier aus. Teilweise. Das war eine Hauptstraße. Wir hatten aber auch geteerte Straße, Waldweg, Wirtschaftsweg. Und wir hatten kleine Hügel, die richtig Laune gemacht haben - 47km/h. Herrlich.

Wir frühstückten heute mit der U16 Basketballnationalmannschaft der Frauen. Montag sollen sie los zum Europacup in die Türkei. Im Flur unter der Hoteltreppe stand ihr 1. Platz Pokal des Baltic Cups, zwischen den Blackrolls, den Kisten mit Regenerationsdrinks, Supplements, Proteinen und unseren Fahrrädern. Um Punkt 9 fuhr ihr Bus los, wir saßen noch am Frühstückstisch. Irgendwann nach 10 kamen wir dann auch los. Es standen nur irgendwas mit 60km an, also konnten wir es ruhig angehen lassen. Taten wir auch. 

Dann waren wir draußen, dann regnete es, dann zogen wir die Regenjacke an, dann hörte es auf, wie das immer so ist. Raus aus Kaunas, ab in den Wald. Sehr viel Wald. In Polen hatten wir für solche Wälder Eintritt zahlen müssen, hier ist die Natur für alle da. 

Raus aus dem Wald erwartete uns Tristesse. Ein Dorf, wie man sich das noch aus Sowjetzeiten vorstellt und dann die tristeste Gebäudeansammlung überhaupt hinter Natodraht: Ein Gefängnis. Ganz schlimm. Mir war ganz trist zumute und als Malte noch vorlas, dass der Ort in der Nazizeit als Vorhölle zur KZ-Hölle Kaunas genutzt wurde und dort Massenerschießungen stattfanden war mir klar, dass ich NIEMALS straffällig werden möchte, damit ich DORT nicht hin komme. Ganz trist. Ganz deprimierend. 

Einen Pausenkaffee fanden wir heute nicht, hielten aber an einem der vielen, auch sonntags geöffneten Minisupermärkten. 

Kurz danach waren wir schon wieder an der Autobahn und wunderten uns über den schnellen Wechsel von Tristesse zu brodelndem Leben. Mit Rückenwind ging es geschwind voran.

Heute war auch ein Tag der Lost Places. Nicht nur das Gefängnis fühlte sich lost an, die Ziegelfabrik war es auch wirklich und das auf einem Gelände von 16ha. Riesig und lost.




Als wir dann auf den Sandpisten fuhren,

 kam Malte auf den Titel ihres ersten Spiegel-Bestsellers: "Wenn das Heck ausbricht" Malte weiß noch nicht ob am Ende drei Punkte folgen sollen, oder ein Ausrufezeichen, ist aber eher für drei Punkte. Also:

Wenn das Heck ausbricht...

Ich konnte sie aber gerade davon überzeugen, dass es mit einem Punkt dahinter noch besser aussieht:

Wenn das Heck ausbricht.

Spiegel-Bestseller Nr. 1

Der zweite folgt auf dem Fuße: 

Zufriedene Übersättigung.

Ich denke, die Bücher werden ein Knaller.

Während wir so über die Buchwelt sinnierten, kam uns ein sehr alter Mähdrescher auf dem Feld dreschend entgegen und es näherte sich ein Hof, der genau auf dem Weg lag, den wir fahren sollten. Ein Mann stand herum und irgendwie hätten wir über den Hof fahren müssen, aber er winkte ab und auf die Frage "Road?" antwortete er "Njet". Sackgasse. Der Mann und sein Bruder vom Hof auf der Straße - das könnte vielleicht auch ein Roman werden. Die Sackgasse und der Schlenker zum Imbis sind der Grund für die 75km statt 66km.

Jetzt sind wir ein Elektrenai und ja, der Name ist Programm! Hier gibt es ein riesiges Elektrizitätswerk, wahrscheinlich von Carmen Elektra betrieben, aber das ist vielleicht eine Lüge.


Abendessen im Hotel:


Hier in Litauen wird ungefähr alles aus einer Art weißen Steins gebaut, auch Kirchen:

Während ich hier den Blog schreibe, geht Malte ins Burnout - sie muss Rezensionen für Booking.com schreiben. Die arme. Ich hole sie morgen ab und dann geht es weiter nach:

Vilnius

Zitat des Tages:

Deutschland schafft sich ab - Prost!

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