Das war ein sehr entspannter erster Reisetag. Wir hatten nur eine kleine Brücke als Steigung zu bewältigen, bei der das Straßenschild vor 5% Steigung gewarnt hat, aber das war ein Witz. Runter hätten wir fast eine kleine Schlange übergefahren. Davon sahen wir noch ein paar mehr. Das Gebiet vor Šiluté ist eine Moorlandschaft mit sehr viel Torf. Das erkannten wir an den riesigen, riesigen und ich sage es nochmal, riesigen Torfabbauhalden an der Strecke.
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| Das geht kilometerweise weiter. |
Enorm! Alles platt, alles weg, nur Torf zu sehen. Bitte keine Pflanzenerde mehr mit Torf kaufen, es sieht schlimm aus, wie die Natur dafür abgeholzt wird, damit Torf gefördert werden kann.
Wir starteten in Klaipeda - Betonung auf "Klai" - und wurden erstmal von einem irren Iren aufgehalten, der uns fragte, ob wir "lost" waren. Nein, waren wir nicht, wir waren nur kurz Roggenbrot holen und wollten dann weiter. Das Frühstück heute im Hotel war enorm weißweizenbrotlastig
und es gab auch keine Haferflocken, dafür viel Würstchen und Speck und wässriges Omlett. Ging so. Der Ire fing dann an, uns im sehr irischen Englisch vollzuquatschen, dass wir doch unbedingt auf die andere Seite des Kurischen Haffs müssten, weil es da viel schöner sei, als wenn wir hier nach Šiluté fahren würden. Unbedingt müssten wir das tun, hier sind nur Autos, da drüber ist nur Wald, alles toll und super und wunderbar und wir hätten ihn fast sprechend stehen gelassen, aber das fanden wir unhöflich. Wir versprachen, es zu überdenken und fuhren dann unsere geplante Strecke. Wir wussten, dass es ein Desaster hätte geben können - Fähre finden zum Rüberfahren, längere Strecke runter - Fähre finden zum wieder zurück fahren und dann noch bis nach Šiluté, nee nee nee und außerdem: wenn einen Leute anquatschen und etwas andrehen wollen, ist das oft fauler, als es sich anhört. Komoot hat uns heute nicht enttäuscht.
Nach dem Hafengebiet, Bergen von Containern,
waren wir auch im Wald und irgendwann war der Weg nur noch ein Pfad in der Wildnis. Keine Leute, nur wir und die Natur. Und dann das Militär. Wir wunderten uns zunächst über das "Baugebiet" im Wald, wo vier Häuser angebaut, aber nicht beendet wurden. Schrotpatronenhülsen auf dem Boden.
Das kam uns komisch vor, ein paar Hundert Meter weiter sahen wir dann die ersten Militärfahrzeuge und Leute, die irgendwas mit einer Drohne geübt haben. Also waren die Hügel mit Schildern keine Baugrundstücke, sondern Terrainübungen. Wir folgten einem Flüsschen links und rechts des Weges rot-gelbe "Grenzpfeiler". Ein Militärjeep stand in der Gegend rum und ein Soldat hielt uns zaghaft an - wir mögen bitte nicht in das Gebiet rechts gehen, da würde geschossen werden und es liegen Minen. Nöö, nöö, das möchten wir nicht und rollten weiter. Man hat das Gefühl, dass man hier etwas mehr alarmiert ist, und das ist ja auch nicht von der Hand zu weisen.
Die Pepsi hier hat Süßungsmittel, was uns sinnlos erscheint, denn wenn man die normale Pepsi trinkt, will man doch Zucker. Komisch.
Und wären wir auf der anderen Seite gewesen, hätten wir nicht den mega geilen Kitespot mit absolut Hammer Ferienhäusern gesehen. Man kann mit dem Boot am Haus anlegen. Man kann auf der Kitestartwiese campen!
Unserer Eindruck von Litauen bis jetzt:
Im Vergleich zu Polen ist Litauen sehr viel cooler, weniger aufgeregt, weniger trashig. Wir haben das Gefühl, hier passiert was und das Land hat Bock auf Innovation und EU. Mit englisch kommt man wunderbar durch. Ich muss gestehen, dass ich das Baltikum mit Renternbustouren in Verbindung gebracht habe, also eher arschlangweilige Urlaubsaktion für alte Leute. Aber unser Eindruck ist völlig anders: jung, innovativ, dynamisch. Hier passiert was, hier ist was am Wachsen. Macht richtig Bock.
Zitate des Tages:
Deutschland ist ein dicker, träger Mann.
Das Hier und Jetzt ist nachher vorbei.
Guten ohne Gluten!









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