Ich muss mich erst kurz abregen, weil ich so unglaublich sauer über dieses dumme acsm Ebookformat bin und ich von hier aus einfach NICHT mein neu gekauftes Ebook auf meinen Reader bekomme, weil ich keinen PC hier habe und ich meinen Ebookreader NICHT per USB Kabel an mein Ipad anschließen kann. So eine saudumme blöde ***.
Doch jetzt zum heutigen Tag.
Schotter
Schotter
Schotter
Staub
Staub
Staub
Wir hatten mindestens 45km Schotterpiste und was für eine. Staub ohne Ende, weiße Wände, wenn Autos oder LKW vorbeigedonnert sind. Regen und Traufe - Sand oder Hubbel, das war häufig die Wahl.
Unser Roman "Wenn das Heck ausbricht." hat heute eine dreireihige Fortsetzung bekommen, unterstützt von der Essayreihe "Bankette nicht befahrbar", aber dazu später mehr. Hier im Norden von Litauen ist sehr viel Landwirtschaft, sehr viel Getreide, wir sind sehr vielen Getreidetransporten begegenet und auf unserer Schottertour an sehr vielen Bauernhöfen vorbeigefahren. ALLE hatten Hunde und ALLE Hunde waren Kettenhunde. Kettenhunde überall. Das ist bei uns schon ganz vergessen, hier aber topaktuell. Es gab sogar Kettenkälber und Kettenziegen. Was soll man dazu sagen, außer dass uns die Tiere sehr leid getan haben. Nächste Staubwolke, nächster Hof, nächstes Kettentier.
An einem kleinen Hügel blieben wir oben stehen, links ging es um eine Kurve weiter nach unten. Wir ruhten uns vom Gehubbel und dem Sandgeschlinger aus. Aufs Rad und die letzten 3km Schotter, da blockierten zwei LKW die Schotterpiste: "Bankette nicht befahrbar".
Wir schoben vorbei und ein Typ sagte staubtrocken "Problem". Das Problem war, dass unten am Hügel eine Linkskurve war und der eine LKW zu dicht am Schotterpistenrand gefahren war, möglicherweise auch noch zu schnell und dann in der Bankette landete und die ist nicht befahrbar. Er war rechts so weit eingesackt, dass der Boden des LKW auf dem Schotter auflag.
Und schuwuppdiwupp war alles relativiert und wir freuten uns, mit unseren Rädern über die Schotterpiste fahren zu können und aus jeglichen Sandlöchern eigenständig herauszukommen. Ein zweiter LKW stand neben dem verunglückten und irgendwas versuchten sie, um den anderen rauszuholen.
Nächster Ort, es gab Eis und die letzten 20km auf Asphalt verflogen wie im Flug.
Zuvor bei der Mittagspause: Im Ort blieb Malte aprupt stehen, denn sie hatte einen Briefkasten für unsere Postkarten gefunden. Schnell alle eingeworfen. Ich bin noch kurz in die Post gegangen, um eine weitere Karte zu kaufen. Es war aber nicht bloß eine Post, man konnte dort alles kaufen: Drogerieartikel, Tischdecken, Bettwäsche, Spiele, Elektrogeräte. Ich kaufte eine Karte und eine Briefmarke nach Deutschland - 2,05€. Fast war ich draußen, da sprang ich zurück an den Tresen und fragte, wie teuer das Porto nach Norwegen sei - 2,10€ - Mist. Wir hatten eine Karte nach Norwegen unterfrankiert eingeworfen. Das sagte ich der sehr freundlichen (hier oben in Litauen sind wir NUR freundlichen Menschen begegnet und die alten Leute in ihren Gärten freuten sich alle sehr, wenn wir sie gegrüßt haben, genauso wie bei allen Leuten das Lächeln noch heller strahlte, wenn wir unser einzig bekanntes Wort "Danke" auf litauisch nutzten. Ja, ich weiß, ein wenig peinlich, dass wir nur eins können, aber das war den Umständen geschuldet.) Postfrau und die holte sofort eine Kollegin, die mit mir zusammen gut gelaunt den Briefkasten öffnete, damit wir die Norwegenpostkarte herausfischen konnten, zum nachfrankieren. Super nett!
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| Ein lustiger Hirsch. |
Eine weitere Beobachtung: In allen Dienstleistungsbereichen - Supermarkt, Restaurant, Dönerwagen, Hotel, Post - sind uns ausschließlich Frauen begegnet. Wo sind die Männer? Was machen die? Sind sie alle Arbeiter? Militär? Oder brettern sie nur bekloppt mit den Autos durch die Straßen? Das ist eine Sache, die hier wirklich nervt: Laute Autos mit bekloppt herumbretternden Männern drinnen. Autorennen in Vilnius vor unserem Hotel. Motorräder, die man am liebsten in die nächste Müllpresse werfen möchte. Völlig bekloppt.
Zum Abendessen hatte ich Nudeln von gestern und Malte ging noch mal raus, Pizza zu holen. Die Pizzafrauen konnten kein Englisch, also versuchte Malte es mit Übersetzungsapp und einer 15 jährigen Kundin, die ein bisschen Englisch konnte, eine Pizza zu bestellen. Klar war nur, dass Malte mit Pilzen und ohne Salami wollte, beim Rest war ihr völlig unklar, was sie bekommen würde und ob die angedrohte Soße auf der Pizza landen würde. Am Ende war die Pizza riesig, scharf und voller Gemüse und die Soße war dazu, zum eintunken. Hat gut geschmeckt und für morgen ist auch noch was übrig.








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