Das Vibrieren ist schon deutlich zu spüren: die Abenteuer nahen. In drei Wochen geht es los auf unsere große Radreise, dieses Mal:
Durch Litauen.
Wir verfolgten letztes Jahr den Ostseeküstenradweg entlang Polens Küste und wollten an der Ostsee weiter fahren. Warum sollte man jedoch Litauen, beim Verfolgen des Ostseeradweges, bloß kurz an der Küste streifen, wenn man sonst noch gar keine Ahnung vom Landes hat - dachten wir - und entschieden uns stattdessen für eine Rundtour durch das südlichste Land des Baltikums.
Die Unterkünfte sind alle schon reserviert, die Strecke ist geplant, was fehlt jetzt noch? Eine Zugstrecke muss gebucht werden. Und dann war da noch die Sache mit dem Gepäck auf dem Fahrrad.
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Sieht das nicht cool aus? Total mega cooles Bikepackingrad? Tausende Likes wären sicher.
Und jetzt ratet mal, wie lange es dauert, den Kram abzubauen und wieder ranzubauen. 1000 Stunden. Und wofür? Damit es cool aussieht? Weniger Windwiederstand? Ich glaube kaum. Und wenn, würden WIR das eh nicht merken. Ich könnte eher meine Tüte mit Haferriegeln zu Hause lassen, um diese Anzahl an Watt zu sparen.
Ich fahre ja schon immer mit zwei großen Ortliebs hinten und einer Ortlieb Lenkertasche. Die besaß ich schon von früheren Reisen in meinem früheren Leben. Malte fing ihr Radreiseleben erst mit unserer Deutschlandtour, mit der oben zu sehenden Arschrakete und einer großen Rolle vorne am Lenker an und ohne Schutzbleche. Ein Bild von unserer Deutschlandtour:
Die große Packrolle vorne brauchte immer besondere Betreuung, damit sie nicht auf dem Vorderrad schleift. Die wurde schnell durch eine kleinere ersetzt.
Ich war immer schneller fertig beim An- und Abbauen und das muss man jeden Tag. Ich hatte ja auch nur drei Teile, die mit über viele Jahre optimierte Ortliebbefestigungsmechanismen an den Gepäckträger oder die Lenkertaschenhalterung geklickt wurden. Die Arschraketen kamen erst neu auf, Bikepacking in dieser Art ist noch nicht lange Trend. Ausgereift war da noch nichts. Die Arschrakete nervte so sehr, dass sie letztes Jahr nicht mehr mitkam, dafür eine breite Packrolle über den beiden kleinen Packtaschen. Aber auch die musste man immer mit Spanngurten extra fixieren.
Und jetzt, als Malte die kleinen Packtaschen vom Dachboden holte, dachte sie sich: Bin ich eigentlich bescheuert? Schwuppdiwupp, wurden die Teile verkauft und auch sie wird dieses Jahr mit großen Ortliebs hinten fahren und einer kleinen Lenkertasche vorne. Simplify my Bikegepäck.
Und wieso meinen Leute eigentlich, dass es eine gute Idee wäre, ganz viel Gepäck aufs Vorderrad und insbesondere an den Lenker zu bauen? Und was ist das Problem mit einem Gepäckträger? DER kann Gewicht aushalten, nicht die kleinen Streben unterhalb des Sattels. Der hat schon genug zu tragen.
Also: Lasst euch nicht von Instagram-Bikepacking-Trends verarschen! Das ist nur scheinbar schick, hilft vor allem den Brands Kohle zu machen, ist aber sau unpraktisch.
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