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Polen 2024 - Tag 3 - 78km - Niechorze - Uniescie

(english below)

Spielhallen auf den Touristenmeilen.

8:31 Kippe, 8:34 die erste Dose Becks. Nein, nicht wir sind so gestartet, aber unsere Nachbarn auf dem Campingplatz begannen so ihren Tag. Wir glauben, dass Bier hier als Erfrischungsgetränk gesehen wird, denn als wir uns in Kolberg in den Sushi-Pavillion setzten, fragte die Bedienung auch direkt: "Bier?" Aber nein, eine kalte Cola war das Getränk der Wahl. Und wir haben eigentlich auch noch die Fanta von vor drei Tagen. Die steht jetzt wieder im Kühlschrank und vielleicht trinken wir sie heute. Kalt, warm, kalt, warm, kalt... Dass wir damit Zusatzgewicht herumschleppen, macht überhaupt nichts, die Radwege sind hier ein Traum! Wirklich richtig gut. Es gibt kleine Abschnitte die grauenhaft holprig sind, aber insgesamt war es heute die meiste Zeit herrlich. Die ersten 10km durch einen Wald mit einer super Gravel-Piste und später ganz viel Promenadenradweg und sie haben ihn wirklich klug gebaut: Ganz klar zweispurig mit extra Fußgängerbereich. Man kann gut überholen und vor allem: Wir rollen. Total einfach, Z1. Die Hamstrings freuen sich. 

Und zwischendrin, Ansichten wie oben: Die Touristenmeilen. Weiterhin voll, voll, voll. Ist ja immer noch Brückentag. Je weiter wir Richtung Kolberg kamen, desto weniger Ballermannartig (Rewal ist das Ballermann der Ostsee) wurde es, aber auch nach Kolberg kamen wir in Bereiche, die wir noch nie gesehen haben. Zeltbuden links und rechts von der Straße, teilweise ist die Straße nur für Menschen ohne Autos und besonders unschön sah es in dem einen Ort aus, in dem in der Mitte von den Zeltbuden mit einem Allerlei (bunte Haare einflechten, Softeis, Spielbuden, Essen, Strandequipment, Klamotten, Armbänder, Snacks und auch Freizeitparks) auch noch eine von Autos befahrene Straße entlang führte. Die Ostsee, zumindest vor Kolberg, wird mit neuen Hotels zugeballert, dahinter gibt es schon Hotels und die Leute wollen nach dem Strandtag flanieren. Die Hauptstraße ist in kleineren Orten geteert, Seitenstraßen sind Schotterwege. Aber weiterhin kann man sagen, das hier ist auch ein Traum für Familien: Strand, Essen, Spiel und Spaß. Sind die Kinder glücklich, sind es die Eltern auch.

Zum Glück wollte Malte in Kolberg zu Rossmann, was uns ab von dem R10 führte und wir in eine ganz normale Stadt mit ganz normalen Menschen führte. Keine Ballermantouristen, sondern einfach eine ganz normale Stadtmischung. Das war super. Kolberg ist echt ganz nett und wir tauschten endlich Euros gegen Zloty. Jetzt haben wir beide ein bisschen Spielgeld im Wert von 25€. Und der Sushi-Laden war wirklich gut. Wir teilten uns eine große Platte. 

Hinter Kolberg war ein riesiges Festival aufgebaut, das "Baltic Drive and Fly Festival". Riesig.

Und wenn es auch voll mit Touristen (alles Polen) ist, muss ich nochmal betonen, dass das Radfahren hier wirklich total schön ist: 

Ein Traum von Radweg. So ging es Kilometerweise hinter Kolberg aus weiter. Und auch wenn es hier voll, voll, voll ist, wir sind nach wie vor gespannt, wie es am Montag aussieht. Über Himmelfahrt würde ich auch immer sagen: Bleibt weg von Fehmarn, das ist die Hölle und wir glauben, dass es genau so ein Wochenende ist, wie bei uns Christi Himmelfahrt, nämlich Mariä Himmelfahrt (und Tag der polnischen Armee). 

Ankunft 17:30 in unserer Unterkunft, kurz vorher noch durch eine Touristenhölle, aber hier sind wir ab vom Schuss. Wir kamen an, Malte wurde begrüßt mit ihrem Namen plus "Abendessen". Wir wurden also nur kurz in unser Zimmer geleitet, eine Suite mit zwei Zimmern und sollten dann direkt runter zum Abendessen und wir wurden köstlich verpflegt: Kartoffelsuppe als Vorspeise, und dann Kartoffelstampf mit leckerem Fisch und Weißkrautsalat. Wir waren glücklich, vor allem, weil wir uns zunächst eine Portion Pommes als Abendessen ausgemalt hatten und nun mit richtig lecker gekochtem Essen beglückt wurden.


Wundervoll und die Hausdame, gekleidet passend zum fliederfarbenen Speiserauminterieur, kümmerte sich persönlich um uns und unser Wohlergehen. Wundervoll.

Polen ist anders als alles, was wir bislang gesehen habe und das finden wir super.

Endlich habe ich Zahnbürsten (auch von der Kategorie teuer).

Das gibt es hier überall auf den Touristenmeilen.

10km durch den Wald, ein Traum!

Vor unserem Gästehaus.

Bettenburgenwahnsinn.

Kolberg Zentrum

21:10

Wir sind drin. Die Touristenmeile hat uns gewonnen. Wir waren flanieren und fanden es herrlich. Eigentlich wollten wir nur kurz an den See und Wasser kaufen und dann wurden wir eingesogen vom bunten Allerlei. Uns gingen die Augen über vor den vielen Herrlichkeiten, die man dort bekommen konnte. Beinahe hätten wir uns ein Airbrush-Tattoo sprühen lassen, beinahe hätten wir ein Softeis gekauft, beinahe hätten wir uns ein Bernsteinarmband gekauft, beinahe hätten wir einen Ansteckpinn gekauft und beinahe hätten wir irgendwas aus der 5 Zloty Kiste gekauft. Wirklich gekauft haben wir Wasser, eine Tüte Haribos und zwei Birnen an einem Obst- und Gemüsestand. Herrlich. 


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(english below)


Gambling arcades on the tourist miles.

8:31 fag, 8:34 the first can of Becks. No, we didn't start our day like this, but our neighbors at the campsite did. We believe that beer is seen as a refreshing drink here, because when we sat down in the sushi pavilion in Kolberg, the waitress asked us directly: “Beer?” But no, a cold Coke was the drink of choice. And we actually still have the Fanta from three days ago. It's now back in the fridge and maybe we'll drink it today. Cold, warm, cold, warm, cold... It doesn't matter that we're lugging around extra weight, the cycle paths here are a dream! Really really good. There are small sections that are horribly bumpy, but overall it was wonderful most of the time today. The first 10km through a forest with a super gravel track and later a lot of promenade cycle path and they have built it really cleverly: Clearly two lanes with an extra pedestrian area. It's easy to overtake and, above all, we're rolling. Totally easy, Z1. The Hamstrings are happy. 

And in between, views as above: The tourist miles. Still full, full, full. It's still a bridge day. The further we got towards Kolberg, the less Ballermann-like (Rewal is the Ballermann of the Baltic Sea) it became, but even after Kolberg we came to areas we had never seen before. Tent stalls to the left and right of the road, sometimes the road is only for people without cars and it looked particularly unsightly in the one place where there was a road with cars in the middle of the tent stalls with all sorts of things (colorful hair braiding, soft ice cream, game stalls, food, beach equipment, clothes, bracelets, snacks and amusement parks). The Baltic Sea, at least in front of Kolberg, is being bombarded with new hotels, behind it there are already hotels and people want to take a stroll after a day at the beach. The main road is paved in smaller towns, side roads are gravel paths. But you can still say that this is also a dream for families: beach, food, games and fun. If the children are happy, so are the parents.

Luckily, Malte wanted to go to Rossmann in Kolberg, which took us off the R10 and into a normal town with normal people. No big city tourists, just a normal mix of people. That was great. Kolberg is really nice and we finally exchanged euros for zloty. Now we both have a bit of play money worth €25. And the sushi place was really good. We shared a big plate. 

There was a huge festival set up behind Kolberg, the “Baltic Drive and Fly Festival”. Huge.

And even if it is full of tourists (all Polish), I have to emphasize again that cycling here is really totally beautiful: 


A dream of a cycle path. So it went on for kilometers after Kolberg. And even though it's full, full, full here, we're still excited to see what it looks like on Monday. I would always say about Ascension Day: stay away from Fehmarn, it's hell and we think it's just like Ascension Day here, namely the Assumption of the Virgin Mary (and Polish Army Day). 

Arrival 17:30 at our accommodation, shortly before through a tourist hell, but here we are off the beaten track. We arrived, Malte was greeted with her name plus “dinner”. So we were only briefly shown to our room, a suite with two rooms, and then told to go straight down to dinner, where we were deliciously fed: Potato soup as an appetizer, and then mashed potatoes with delicious fish and white cabbage salad. We were happy, especially because we had initially imagined a portion of chips for dinner and were now treated to really tasty cooked food.



Wonderful and the housekeeper, dressed to match the lilac-colored dining room interior, personally took care of us and our well-being. Wonderful.

Poland is unlike anything we've seen before and we think that's great.


At last I have toothbrushes (also from the expensive category).


You can find them everywhere on the tourist routes here.


10km through the forest, a dream!


In front of our guesthouse.


Bed-castle madness.


Kolberg center

21:10

We are inside. The tourist mile has won us over. We went for a stroll and loved it. We actually only wanted to go to the lake and buy some water, but then we were sucked in by the colorful hodgepodge. We were overwhelmed by all the wonderful things you could buy there. We almost got an airbrush tattoo, we almost bought a soft ice cream, we almost bought an amber bracelet, we almost bought a pin and we almost bought something from the 5 zloty box. What we actually bought was water, a bag of Haribos and two pears at a fruit and vegetable stand.

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