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Polen 2024 - Tag 2 - 75km - Svinemünde - Nichorze

(english below)

Oase, wir sitzen hier gerade in einer kleinen Oase, Klimaanlage und vor allem weg von den Touristen, von den Massen an Touristen, von den unglaublichen Mengen an Leuten, die hier an der Ostsee Urlaub machen. Wir sitzen drinnen in einem Restaurant und es ist nicht mal halb gefüllt. Gegenüber, im Eckrestaurant mit einer bunten Speisekarte an europäischem Allerlei ist kein Stuhl mehr leer, es ist sehr warm und Autos und Fahrräder und Leute fahren lärmend vorbei. Uns trennt hier zum Glück eine dicke Glasscheibe von dem Trubel. Und warum? Heute ist Feiertag, ein Donnerstag, herrlich für ein langes Wochenende. Und alle sind hier. Alle Polen. Man merkt die ausländischen Touristen gar nicht, so viele Polen sind hier. Voll, voll, voll.

Polens Ostsee ist wie Italiens Riviera oder die Copa Cabana. Oder gelegentlich wie die schlimmsten Orte auf Malle. Ein Campingplatz auf einem Rasen, im Hintergarten, Zelte dicht an dicht und auf der anderen Straßenseite ein riesen Spa Ressort. Sehr viele Menschen laufen mit nackten Oberkörpern herum, keine davon sind Frauen. Die Straßen, die am dichtesten an der Ostsee entlang führen, sind in den Ortschaften vollgeknallt mit Ständen und Buden und Essensmöglichkeiten. Voll, voll, voll. Und an jeder größeren Ecke, zumindest einmal in jedem Ort, gibt es einen Mini Freizeitpark. Mit irgendwas, was sich um mehrere Achsen dreht, natürlich Buden ohne Ende und eine kleine Achterbahn. Die Polen haben es hier halt drauf mit Entertainment und wir beide finden, dass es zumindest für Kinder ein Paradies ist. Aber auch dank des Feiertages: Voll, voll, voll und wir brauchen Zloty, ganz dringend. Wir wollen Geld in diese vielen bunten, blinkenden Spielautomaten stecken! Morgen müssen Zloty her, Malte musste sich schon einen Klogang verkneifen, weil die Halsabschneiderinnenklofrau auf 5Zloty oder 1,50€ bestand. Wir waren auch noch nicht klug genug, in Verhandlungen einzusteigen. Egal, morgen gibt es Zloty und eine Zahnbürste für mich. Die habe ich nämlich im Wasserkocher vergessen. 100% Vorbereitung, Zahnbürste abkochen - mitnehmen wäre auch schlau gewesen.

Wir brauchten bis zum Mittag, um 20km zu schaffen, was daran lag, dass wir ewig an der Fähre von Svinemünde rüber warten mussten und dann noch ewig am Zugschalter, aber es hat sich gelohnt: Wir haben jetzt einen IC für die Rückreise gebucht, von Danzig nach Stettin mit Fahrradmitnahme, ohne Umsteigen. Yes! Und es ist auch noch der billigste Zug der Welt. 28€ für zwei Personen mit 2 Fahrrädern auf einer 4,5h Strecke.

Billig und teuer geben sich hier die Klinke in die Hand. Die kleinsten Pommes der Welt beim Mittagessen waren auch noch teuer für die Menge. Bei Zabka und Biedronka hingegen, kauft es sich wieder billig ein. Zabka hat immer geöffnet.

Bei den kleinsten Pommes der Welt war dazu auch noch Geduld angesagt und noch eine Portion extra Geduld, weil wir noch eine dritte Pommes Portion orderten. Während des Wartens besuchten wir zum ersten Mal Zabka, ein... Alles-Imbiss-Kiosk-Laden...? Wir wussten noch nicht, wie wir uns heute zu Abend verpflegen konnten und im Zabka, der immer geöffnet hat, gibt es sogar eingeschweißte Fertiggerichte, aber wie ihr schon gelesen habt, saßen wir im Restaurant, der Oase, mit leckerem, viel besserem Essen.

Der Radweg R10 ist zum Teil ein Traum an Radautobahn und gelegentlich eine Wald-Gravelstrecke und eine Zeitlang war er auch eine Schlaglochpiste. Die sehr guten Radwege überwiegen aber bislang, nach dem ersten Tag. 

Weiterhin finden wir, dass die FDP aus einem Haufen Lacksäufern besteht - Paris baut sich zur 15min Stadt um und die FDP will wieder mehr Autos in den Innenstädten. Kopenhagen würde kollabieren, wenn all die Radfahrenden mit dem Auto statt mit dem Rad fahren und alle hätten unglaublich viel schlechtere Laune.

Morgen schlängeln wir uns weiter durch Touristenmassen, eine Besserung erwarten wir erst Sonntag Abend. Wir sind gespannt, wie Polens Ostseeküste dann am Montag frequentiert ist.


Glücklich mit dem Zugticket.

Waldstrecken durch ein Naturschutzgebiet.

Da war es schon spätnachmittags und die andere Hälfte der Leute befand sich hinter uns im Ort. Dort konnte man sogar absurde "Urlaub 2024" Fotos machen lassen.

Ausblick aus unserer heutigen Unterkunft.

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Oasis, we are sitting here in a small oasis, air-conditioned and above all away from the tourists, from the masses of tourists, from the unbelievable amount of people vacationing here on the Baltic Sea. We're sitting inside in a restaurant and it's not even half full. Across the street, in the corner restaurant with a colorful menu of European sundries, not a single chair is empty, it is very warm and cars and bicycles and people pass by noisily. Fortunately, a thick pane of glass separates us from the hustle and bustle. And why? Today is a public holiday, a Thursday, perfect for a long weekend. And everyone is here. All Poles. You don't even notice the foreign tourists, there are so many Poles here. Full, full, full.

Poland's Baltic Sea is like Italy's Riviera or the Copa Cabana. Or occasionally like the worst places on Malle. A campsite on a lawn, in the back garden, tents close together and a huge spa resort on the other side of the road. Lots of people walking around with their upper bodies bare, none of them women. The streets that run closest to the Baltic Sea are packed with stalls and stands and food outlets in the villages. Full, full, full. And on every major corner, at least once in every town, there is a mini amusement park. With something that revolves around several axes, of course stalls without end and a small rollercoaster. The Poles are really good at entertainment here and we both think it's a paradise, at least for children. But also thanks to the public holiday: full, full, full and we urgently need zlotys. We want to put money into all these colorful, flashing slot machines! We need zlotys tomorrow, Malte has already had to deny himself a visit to the toilet because the cut-throat toilet attendant insisted on 5 zlotys or 1.50€. We weren't clever enough to enter into negotiations either. Anyway, tomorrow there will be zloty and a toothbrush for me. I forgot it in the kettle. 100% preparation, boil the toothbrush - taking it with me would have been smart too.

It took us until lunchtime to cover 20km, which was because we had to wait forever at the ferry from Svinemünde and then forever at the train counter, but it was worth it: we have now booked an IC train for the return journey, from Gdansk to Szczecin with bike transport, without changing trains. Yes! And it's also the cheapest train in the world. 28€ for two people with 2 bikes on a 4.5-hour journey.

Cheap and expensive go hand in hand here. The smallest fries in the world at lunch were also expensive for the quantity. At Zabka and Biedronka, on the other hand, you can buy cheap food again. Zabka is always open.

We also had to be patient with the world's smallest fries and had to be extra patient because we ordered a third portion of fries. While we were waiting, we visited Zabka for the first time, a... Everything snack kiosk store...? We still didn't know how we could eat for dinner tonight and Zabka, which is always open, even has shrink-wrapped ready meals, but as you've already read, we sat in the restaurant, the Oasis, with delicious, much better food.

The R10 cycle path is partly a dream of a cycle highway and occasionally a forest gravel track and for a while it was also a pothole track. However, after the first day, the very good cycle paths outweigh the rest. 

Furthermore, we find that the FDP is made up of a bunch of paint-suckers - Paris is rebuilding itself as a 15-minute city and the FDP wants more cars in the city centers again. Copenhagen would collapse if all the cyclists took cars instead of bikes and everyone would be in an incredibly bad mood.

Tomorrow we will continue to meander through crowds of tourists, we don't expect things to improve until Sunday evening. We are curious to see how busy Poland's Baltic coast will be on Monday.




Happy with the train ticket.


Forest tracks through a nature reserve.


It was already late in the afternoon and the other half of the people were behind us in the village. You could even have absurd “Vacation 2024” photos taken there.


View from our accommodation today.

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