Direkt zum Hauptbereich

Polen 2024 - Präludium

Morgen geht es los. Unsere Fahrradreise 2024. Dieses Mal:

Polen

Letztes Jahr waren wir in Schweden. Dänemark kennen wir, die Beneluxländer waren nicht so spannend als wir über unser Reiseziel nachdachten und alles weiter südlich wollten wir nicht, wegen der Hitze. Außerdem mögen wir Wasser und mit einem Blick auf die Karte wurde klar: Wir wollen nach Polen, an der Ostsee entlang. Der Politikwechsel in Polen motivierte ebenfalls. Von Swinemünde nach Klaipėda lang zunächst verlockend, jedoch gab es ganz deutliche Reisewarnungen für Russland, durch das wir hätten fahren müssen - Kaliningrad liegt aufdem Weg - und unten rum zu fahren hätte einen Umweg von 600km bedeutet. Das ist für uns auf dem Rad nicht mal so locker drin. 

Also: Komoot und Booking.com gecheckt und eine Route klar gemacht: Mit dem Zug geht es in 8 Stunden nach Svinemünde. Dort startet unsere Radtour an der Ostsee entlang nach Danzig, einen Abstecher zur russischen Grenze, aus sicherer Entfernung winken, nach Frauenburg, dort mit der Fähre rüber auf die Landzunge, zurück nach Danzig und dann mit irgendwas zurück nach Svinemünde. Das ist noch nicht klar, denn die Zugsituation ist schlecht. Ggf. gibt es einen Mietwagen bis Deutschland. 

Heute war also Packtag. Und ich übertreibe nicht, wenn ich PackTAG sage. Dieser Haufen


brauchte den ganzen Tag. Und dabei hatte ich schon die Bilder vom Vorjahr, so dass ich wenigstens nicht denken musste. Aber wenn, will ich es halt auch perfekt haben, deshalb wurden die Jacken noch mit Imprägnierspray eingesprüht und Teile der Oberbekleidung mit Anti-Mücken Zeug. Die Fahrradkette wurde sauber gemacht und neu gewachst, die Bremsbeläge mit Bremsenreiniger besprüht. Luft muss noch gepumpt werden. Dann mussten noch alle Geräte aufgeladen und Teile von hier und dort zusammengetragen werden. Und dann fand ich die Halterung der Satteltaschen nicht mehr. Hab in der Garage gesucht, im Keller, nochmal in der Garage, bis ich dann unters Rad schaute und sah, dass er noch dran war. Immerhin wird die Lenkertasche dieses Mal mit einem abnehmbaren Halter angebaut. Der lässt sich leicht montieren und Wutanfälle wegen ausgefranster Stahldrähte, die nicht durch die kleinen Löcher passen, fallen weg. Getestet ist sie auch schon, jedoch weniger als geplant. Wollte ich doch auf Fehmarn mindestens einmal um die Insel fahren, um schon mal wieder 75km in den Beinen zu haben, blieb bei zwei 55 und 47km Touren. Es war doch so wenig Zeit in den zwei Wochen auf Fehmarn.

Wir fahren also mal wieder untrainiert los. Wird schon klappen. Maltes Hamstrings werden schon zu Beginn getapet (das würde sie sehr nerven, wenn sich die rechte Hamstringseite meldet) und gegen meine größte Sorge habe ich einen viel zu große Tüte mit viel zu vielen Riegeln mit. Nein, in Polen kann man nichts kaufen. Auf keinen Fall!

Jedenfalls sind die 150 Millionen Teile so gut wie verstaut und es fühlt sich gut an. Es ist aber nur 99% perfekt, weil ich eine kurze Hose schon vorher einmal getragen habe. Den Geruchstest hat sich mit Bravour bestanden und möglicherweise werde ich darüber hinweg kommen, spätestens, wenn ich sie ein weiteres Mal trage.

Als 2024 Special habe ich zwei besondere Items eingepackt:

Das Gefühlsrad:

Für die Situationen, in denen irgendwas ist, aber man zum Beispiel aus Konfliktscheue nicht spricht oder man sich nicht traut zu fragen oder der anderen irgendwas unterstellt. Einfach Karte ziehen und mit dem Finger drauf zeigen. Schauen wir mal, ob das was wird.

Und das Kartenspiel "Sondermoment". Malte und ich kennen uns schon 38 Jahre. Aber kennen wir uns wirklich oder denken wir nur, dass wir uns kennen? Ich freue mich jedenfalls auf ein paar neue Gesprächsanlässe mit Fragen, die man sich vielleicht so nicht gestellt hätte.

Piccio ist bei einer Freundin und hat dort schon erfolgreich die Katze verjagt. Jetzt noch Wasser im Aquarium wechseln, Brote schmieren, Duschen und dann geht es auch schon fast los. 

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Litauen 2025 Tag 1

Dienstag, 12:15 oder 13:15. Deutsche Zeit, Litauische Zeit. Hier auf dem Schiff läuft alles nach litauischer Zeit und so waren wir überrascht, als um 8:15 die Ansage über die Öffnung des Frühstückbuffets erklang. Unsere Uhren und Handys und das Ipad sind noch auf deutscher Zeit, denn wir sind hier weit draußen auf dem Meer ohne Internet. Gut so. Alle laufen mit Büchern herum. Gut so, es sollte viel mehr Orte ohne Internet geben. Apple sieht das nicht so und so muss ich den Blogeintrag mit Google Notizen schreiben, weil ich MS Word ohne Internet nicht benutzen darf. Danke für gar nichts.  Das heißt also auch, dass wir schon unsere erste Nacht der Reise verbracht haben, auf der Fähre nach Klaipeda. Vor zwei Jahren sind wir mit der Stena nach Göteborg gefahren, auch über Nacht und es gefällt uns hier viel besser. Auch wenn man draußen auf dem Fußboden sitzt, weil es kein Sonnendeck mit Stühlen gibt. Auch wenn man sehr lange für den Kaffee ansteht, weil die drei Automaten wahllos ausse...

Litauen 2025 Tag 2 - 56,75 km 78hm

Das war ein sehr entspannter erster Reisetag. Wir hatten nur eine kleine Brücke als Steigung zu bewältigen, bei der das Straßenschild vor 5% Steigung gewarnt hat, aber das war ein Witz. Runter hätten wir fast eine kleine Schlange übergefahren. Davon sahen wir noch ein paar mehr. Das Gebiet vor Šiluté ist eine Moorlandschaft mit sehr viel Torf. Das erkannten wir an den riesigen, riesigen und ich sage es nochmal, riesigen Torfabbauhalden an der Strecke.  Das geht kilometerweise weiter. Enorm! Alles platt, alles weg, nur Torf zu sehen. Bitte keine Pflanzenerde mehr mit Torf kaufen, es sieht schlimm aus, wie die Natur dafür abgeholzt wird, damit Torf gefördert werden kann. Wir starteten in Klaipeda - Betonung auf "Klai" - und wurden erstmal von einem irren Iren aufgehalten, der uns fragte, ob wir "lost" waren. Nein, waren wir nicht, wir waren nur kurz Roggenbrot holen und wollten dann weiter. Das Frühstück heute im Hotel war enorm weißweizenbrotlastig  und es gab auch k...

Litauen 2025 Tag 6 - 75km 482hm

Wir waren heute in Tansania.   So sah das hier aus. Teilweise. Das war eine Hauptstraße. Wir hatten aber auch geteerte Straße, Waldweg, Wirtschaftsweg. Und wir hatten kleine Hügel, die richtig Laune gemacht haben - 47km/h. Herrlich. Wir frühstückten heute mit der U16 Basketballnationalmannschaft der Frauen. Montag sollen sie los zum Europacup in die Türkei. Im Flur unter der Hoteltreppe stand ihr 1. Platz Pokal des Baltic Cups, zwischen den Blackrolls, den Kisten mit Regenerationsdrinks, Supplements, Proteinen und unseren Fahrrädern. Um Punkt 9 fuhr ihr Bus los, wir saßen noch am Frühstückstisch. Irgendwann nach 10 kamen wir dann auch los. Es standen nur irgendwas mit 60km an, also konnten wir es ruhig angehen lassen. Taten wir auch.  Dann waren wir draußen, dann regnete es, dann zogen wir die Regenjacke an, dann hörte es auf, wie das immer so ist. Raus aus Kaunas, ab in den Wald. Sehr viel Wald. In Polen hatten wir für solche Wälder Eintritt zahlen müssen, hier ist die Natur ...