Direkt zum Hauptbereich

Tag 1 - Göteborg - Stenungsön 86km

english below

Das war krass. Der erste Fahrtag sollte kein Geschenk für uns werden.

Der erste Tag sagte gleich "Hallo, hier bin ich." und blies uns mit Sturm entgegen. 30 Knoten im Gegen- und Seitenwind. Wenn man dann mit angestrengten 14km/h bei Kilometer 40 über die Straße kriecht, noch 45km vor sich hat, fragt man sich, ob man jemals ankommen wird. Man fragt sich was das eigentlich soll, warum man das überhaupt macht und als wir irgendwann hinter einem Steinhaufen saßen und statt in einem Café Kaffee und Kuchen, Fruchtschnitte und Schokijungen von vor zwei Tagen aßen, fragten wir uns, warum wir so naiv waren. 85km am ersten Tag - was solls, 120km nächste Woche Dienstag, kein Problem. 

Der erste große Tiefpunkt am ersten Tag. 

Wir sind das halt nicht mehr gewohnt. Das Alter zehrt an unseren Körpern und auf der Höhe unseres Trainingsstandes sind wir auch gerade nicht. Malte fährt linksseitig vollbandagiert: Knie prophilaktisch, Fußgelenk wegen Bänderriß. Beide quasi kein Fahrradtraining.

Aber da wo es regnet, scheint auch bald wieder die Sonne. Endlich gab es wieder Radwege (die meiste Zeit heute nicht und es stresst tierisch, ständig von Autos und Wohnmobilen überholt zu werden und das nicht immer mit dem geforderten Mindestabstand) und 5km vor dem Ziel kauften wir für unser Abendessen ein. Heute haben wir eine Hütte auf einem Campingplatz und tatsächlich kamen wir an. 

18:45 Beide geduscht, gleich gibt es Nudeln. 


19:12 Malte sorgt sich, dass es ein "Ein-Mann-Topf" sei, meiner Erfahrung nach, passen da zwei große Portionen Nudeln rein. 

19:58 Malte ist schlecht, die Nudeln haben also gereicht.

20:51 Töpf, Teller, Besteck und Tupperboxen abgewaschen. Davor: Checken unserer nächsten Touren, vor allem der 120km Tour. Komoot schenkt uns 120km und 890 Höhenmeter, das muss doch besser gehen. Tour geladen und Einstellungen durchgeklickt: auf Rennrad sind es "nur" 111km und 680 Höhenmeter. Geht doch. Wie sieht es morgen aus? 75km und viele Höhenmeter, ein Stöhnen durchzog unsere Körper. Aber was ist das? Das ist die scenic Route? Muss das denn sein und ist die gelbe Straße wirklich scenic? Umplanen und aufeinmal standen dort 47km. Wir schauten uns an und nickten zustimmend. Fahrradfahren soll wieder Spaß machen. Das ist der Plan für morgen.


---------------------------



That was crass. The first driving day should not be a present for us.


The first day said right away "Hello, here I am" and blew towards us with a storm. 30 knots headwind and crosswind. Then, when you're crawling along the road at a strained 14km/h at kilometer 40, with 45km to go, you wonder if you'll ever arrive. You ask yourself what this is all about, why you are doing this at all and when at some point we sat behind a pile of stones and instead of a café we ate coffee and cake, fruit slices and chocolate wafers from two days ago, we asked ourselves why we were so naive. 85km on the first day - so what, 120km next week Tuesday, no problem. 


The first big low point on the first day. 


We are just not used to it anymore. Age wears away at our bodies and we are not at the height of our training level. Malte rides with a full bandage on the left side: Knee prophilactic, ankle because of torn ligaments. Both quasi no bike training.


But where it rains, the sun shines also soon again. Finally there were bike paths again (most of the time today not and it stresses beastly to be constantly overtaken by cars and RVs and not always with the required minimum distance) and 5km before the finish we bought for our dinner. Today we have a cabin on a campsite and indeed we arrived. 


18:45 Both showered, soon there is noodles. 





19:12 Malte worries that it is a "one man pot", in my experience, fit two large portions of noodles in there. 


19:58 Malte feels bad, so the noodles were enough.


20:51 Pots, plates, cutlery and tupperware washed up. Before: Checking our next tours, especially the 120km tour. Komoot gives us 120km and 890 meters of altitude, which must be better. Tour loaded and settings clicked through: on road bike it is "only" 111km and 680 meters of altitude. It goes. How does it look tomorrow? 75km and many altitude meters, a groan went through our bodies. But what is this? This is the scenic route? Does it have to be and is the yellow road really scenic? We rescheduled and all of a sudden there were 47km. We looked at each other and nodded in agreement. Cycling should be fun again. That's the plan for tomorrow.




---------------------------

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Niederlande Tag 3 - 90km und arschviel Wind

Wir sind bei der Planung der Niederlande Tour ein wenig naiv gewesen: "Ach, mehrfach 100km, das macht ja nichts, ist ja flach." Zum Glück wurden uns heute 26km durch den Fahrradbus abgenommen, denn: Boah war das heute windig! Und natürlich nur Gegenwind. Alter Holländer!  Nach zehn Kilometern fragte Malte sich, wo eigentlich ihre zweite Radhose abgeblieben war, die sie zum Trocknen auf die Tasche geschnallt hatte.  Nach 13km gab es die geplante Frühstückspause oben auf dem Deich, damit wir endlich mal das Meer sehen konnten. Der Radweg geht innen, unten am Deich entlang. Da saßen wir, in der Schafscheiße und aßen Haferflocken mit Jogurt. Es wurde wärmer, T-Shirt an, Sonnencreme drauf und 2km später fragte ich mich, wo eigentlich meine Uhr abgeblieben war. Zum Glück fand ich sie in meiner Radtasche wieder. Maltes Hose blieb verschollen und wir hatten schon zu viele Kilometer gegen den Wind geknüppelt, dass wir sie nicht suchen fahren wollten. Der Wind wurde stärker und die Ges...

Niederlande Tag 1 - 40,82km 55hm

Heute ist der erste Tag unserer Radreise, unseres diesjährigen Adventures of Malte and Lars, entlang der Küste der Niederlande. Wir hatten dieses Mal eine nur gut dreieinhalbstündige Anreise, aber die war so langweilig, dass es sich länger als die Schifffahrt nach Litauen angefühlt hatte. Genauso ewig, wie die letzten 6km bis zu unserem heutigen Ziel, dem Kastanienhof.  Schaut euch diese Fenster an! Sie sind riesig! Ich habe noch nie Häuser mit solch riesigen Fenstern gesehen, aber hier haben alle Häuser solche Fenster. Wahnsinn. Man fühlt sich, als würde man in einem Wintergarten sitzen.  Es gibt einen verrückten Hund. Er ist immer vor und zurück gerannt, hat Mareike umrundet und ist dann wieder vor und zurück gerannt, hat Mareike umrundet und ist dann wieder vor und zurück gerannt, hat Mareike - ihr wisst schon. Crazy blaue Hortensien!  Ach ja, Rad gefahren sind wir auch noch. Unser Start war in Leer in Ostfriesland und das erste was wir sahen, war eine noch rauchende, ...

Niederlande Tag 4 - 69km Regen und Wind

18:00 Wir sind seit 16:15 in unserer Unterkunft und ich würde gerne sagen, dass es draußen Bindfäden regnet, so wie es noch heute Mittag vorhergesagt war, aber nein, es ist wechselnd bewölkt, trocken. Wir fühlen uns wie Kevin allein zu Haus. Wir haben ein Zimmer im Dachboden eines Privathauses, aber die Besitzer*innen sind ausgeflogen. Es ist sehr ruhig. Ganz anders als gestern das Zimmer im WestInn hinter dem Deich. Das was den Rest des Abends so laut war, war nicht die adhs Hollandschlagermusik, sondern ein 60. Geburtstag in der Bar vor unserem Fenster. Wir ebenerdig, die ebenerdig, die Straße 3m breit. Und von der Straße ging ein 1m breiter Gang zwischen den Häusern durch zu unserer Eingangstür, so hatten wir den Lärm von beiden Seiten. Aber dank der guten 3M Ohrstöpsel bin ich sofort eingeschlafen und erst aufgewacht, als draußen auf der Straße Basketball gespielt wurde. Am nächsten morgen stellte sich heraus, dass es nicht Basketball war, sondern dass andere Gäste, wahrscheinlich ...