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Tag 4 - Kopenhagen -> Helsingborg 63km

 Överraskningar

Warnung: In dem heutigen Beitrag geht es um Überraschungen. Und es gibt heute so viele Überraschungen, dass ich das Wort und seine Verwandten ganze 17 Mal benutzen musste. Wer also jetzt schon überfordert von so vielen Überraschungen ist, möge lieber etwas anderes lesen und morgen wieder rein schauen.

Wir wollten auf gar keinen Fall doofe "Preisvergleich-" Deutsche sein, aber es war tatsächlich überraschend zu erfahren, dass das Bier hier nur 1,60€ kostet. Hier? Hier in Schweden. Wir waren von Dänemark ganz andere Preise gewöhnt und das solls auch gewesen sein, mit dem Thema Geld. Dänemark ist auf Platz 1 der teuersten Länder in der EU. Jetzt aber psst.

In Helsingborg trafen wir überraschend auf die Eröffnungsparade eines riesigen dänischen Jugendfußballturniers, dem Eskilscupen. Über 650 Fußballvereine mit über 13000 Personen sind gerade in der Stadt und die Eröffnungsparade startete neben unserem Hotel. Äh, Hostel. Dream Luxury Hostel. Das habe ich mir nicht ausgedacht, so heißt es wirklich. Zwei Sterne. Geht so mit Dream Luxury. Aber ich wollte ja nicht weiter über Geld sprechen. 

Überrascht wurden wir auch von einem Gewitter, allerdings nicht wirklich. Wir schafften eine Punktlandung zurück ins Hotel. Dann schüttete es.

Überraschend viel an der Anzahl waren die unglaublich schönen Häuser, die wir über die gesamte Küste von Kopenhagen hoch nach Helsingør gesehen habe, so dass sogar Malte schon sagte: "Ich kann nicht mehr, ich will das nicht mehr sehen." Aber sprechen wir nicht weiter über Geld. 

Eine Pölserbude fanden wir auch erst in der letztgenannten Stadt und die wahrscheinlich sehr reiche Frau, die wir in Humlebæg nach so einer Bude fragten, war von dieser Frage wohl auch eher überrascht, ließ sich aber nichts anmerken und empfahl uns ein paar sehr schöne, kleine Restaurants in 3km Entfernung. 

Das Karen Blixen Museum, welches ihr Geburts- und Wohnhaus war, zu finden war keine Überraschung, wir wussten davon und wir glauben, Meryl Streep war vor Ort. Oder so.

Hätte man es nicht gewusst, wäre es auch eine große Überraschung gewesen, Dänemarks größtes Museum für moderne Kunst in diesem kleinen Küstenort zu finden. Es war, würde ich mal sagen, proppenvoll. Zwei reiche Deutsche (das erkennt man an den Brillen und an den Schuhe, die Malte präzise preislich einordnen konnte) fanden unsere Fahrräder schön.

In Helsingør mussten wir nun endlich einen gut sortierten Fahrradladen finden, denn Malte hatte Sattelschleppen hinter ihrer Brille und sorgte sich um ihre okulare Gesundheit. 

Sattelschleppen... ich wollte hier gerade einen Link zur Erklärung einfügen, da findet doch Google und DuckDuckGo nichts zu diesem Wort. Plötzlich lacht Malte im Hintergrund lauthals los:

"Ich muss Ulli sofort eine Nachricht hinterlassen! Das heißt Wirbelschleppe!" Hier klicken für den Wikipediaeintrag. Na ja, so ist das halt manchmal mit den Fachbegriffen - auch gerade eine kleine Überraschung.

Gegen die Wirbelschleppen musste jedenfalls was unternommen werden und wir fuhren RexCykler an der Außengrenze von Helsingør an. Ich betone das extra so, weil wir einen riesigen Berg hoch fahren mussten bis zum Laden. Der war überraschend gut sortiert und Malte kaufte sich eine neue Radbrille und bekam von Lars eine ein Liter Fahrradflasche geschenkt. Eigentlich sollte sie sich etwas Tolles in Kopenhagen als Geburtstagsgeschenk aussuchen, aber da gab es die besagte Problematik von der ich nicht mehr sprechen möchte.

Wieder runter gerollt - ach, da fällt mir ein beim Thema Rollen: Wir rollten heute wie blöd über super geile Radwege, entweder mega geil am Ufer entlang oder mega schön und bewaldet in dritter Reihe gelegen. Super geteert und so hyggelig, dass wir eine maximale Rollgeschwindigkeit von 42,7km/h erreichten. Das war schon fast gasförmige Butter. 

Wieder runter gerollt von RexCykler mit einem kleinen Schlenker zum Schloss, Hamlet und so, ein Haken auf die Sightseeingliste gesetzt und ab zur Fähre. 

Das war toll, es war endlich ein wenig kühl (heute war Sommer, sehr warm, aber im Gegensatz zum Rest von Europa noch schön warm, allein schon deshalb, weil immer eine leicht kühle Brise vom Meer her wehte) und wir waren ganz ganz vorne auf der Fähre und sahen das Bug wie ein riesiges Haifischmaul aufklappen um uns alle wieder auszuspucken. 

Ach, die Überraschungen nehmen kein Ende: Offenbar ist das Bier auf der Fähre so günstig, dass die Schweden einfach nur hin und zurück für 98DKK fahren, sich große Packungen mit Dosenbier kaufen und es sich wohl immer noch lohnt. Lustigerweise geht der Verkauf immer nur bis zur Hälfte der Fahrt - 10min - und wenn schwedisches Gewässer erreicht wird, machen die Verkaufsläden dicht. 

Dankenswerterweise haben wir heute ein Zimmer zum Innenhof und werden heute Nacht wahrscheinlich nicht von überraschend dummen, betrunkenen, brüllenden Leuten aus dem Schlaf gerissen. Kopenhagen ist sehr aggressiv laut. Und generell sollte man Motorrädern das brum brum verbieten. 

Mein Dürüm hatte heute überraschend wenig Grünzeug, dafür sehr viel Falafel, ist ja irgendwie auch Gemüse, aber irgendwie auch nicht das was ich wollte. Jetzt habe ich immerhin einen großen Rest für morgen zum mitnehmen auf die Fahrt. 

Respekt! Du hast bis hier gelesen? Und Du fragst Dich, ob die Überraschungen für heute nicht endlich mal ein Ende nehmen? 

Das frage ich mich überraschenderweise auch und wenn Malte nicht gleich aus der Dusche kommt, wird vielleicht gleich das Wort "Überraschung" so überstrapaziert werden, dass...

Ah, zum Glück für uns alle, sie ist zurück.

Schluss für heute.

Und Tschüss!



Automatische Übersetzung von Deepl and very heartful Greetings to Brick.

 Överraskningar


Warning: today's post is about surprises. And there are so many surprises today that I had to use the word and its relatives a whole 17 times. So if you are already overwhelmed by so many surprises, please read something else and come back tomorrow.

We didn't want to be stupid "price comparison" Germans, but it was actually surprising to learn that the beer here costs only 1.60€. Here? Here in Sweden. We were used to completely different prices from Denmark and that should have been it, with the topic of money. Denmark is on place 1 of the most expensive countries in the EU. Now however psst.


In Helsingborg we surprisingly met the opening parade of a huge Danish youth soccer tournament, the Eskilscupen. Over 650 soccer clubs with over 13000 people are in town right now and the opening parade started next to our hotel. Uh, hostel. Dream Luxury Hostel. I didn't make that up, that's what it's really called. Two stars. Goes with Dream Luxury. But I didn't want to talk about money any further. 


We were also surprised by a thunderstorm, but not really. We made a precision landing back to the hotel. Then it poured.


Surprisingly much in number were the incredibly beautiful houses we saw all along the coast from Copenhagen up to Helsingør, so even Malte was already saying, "I can't take it anymore, I don't want to see that." But let's not talk about money any further. 


We also found a Pölserbude only in the latter town and the probably very rich woman we asked in Humlebæg for such a place was probably also rather surprised by this question, but didn't let on and recommended us a couple of very nice, small restaurants 3km away. 


Finding the Karen Blixen Museum was no surprise, we knew about it and we think Meryl Streep was on site. Or so.


Had we not known about it, finding Denmark's largest museum of modern art in this small coastal town would also have been a big surprise. It was, I would say, packed. Two rich Germans (you can tell by their glasses and shoes, which Malte priced precisely) thought our bikes were nice.


In Helsingør, we finally had to find a well-stocked bike store, because Mareike had saddle drags behind her glasses and worried about her ocular health. 


Saddle drags... I just wanted to insert a link here for explanation, but Google and DuckDuckGo don't find anything for this word. Suddenly Malte laughs out loud in the background:


"I have to leave Ulli a message right now! It's called wake vortex!" Click here for the Wikipedia entry. Well, that's just how it is sometimes with technical terms - also just a little surprise.


Anyway, something had to be done against the wake vortices and we drove to RexCykler at the outer border of Helsingør. I emphasize this because we had to drive up a huge hill to the store. The was surprisingly well sorted and Malte bought a new cycling glasses and got a one liter bicycle bottle from Lars as a gift. Actually, she should choose something great in Copenhagen as a birthday present, but there was the said issue of which I do not want to talk more.


Rolled down again - oh, that reminds me on the subject of rolling: We rolled today like stupid over super awesome bike paths, either mega awesome along the shore or mega beautiful and wooded in the third row located. Super tarred and so hyggelig that we reached a maximum rolling speed of 42.7km / h. That was almost gaseous butter. 


Rolled back down from RexCykler with a little detour to the castle, Hamlet and all, added a tick to the sightseeing list and off to the ferry. 


This was great, it was finally a little cool (today was summer, very warm, but unlike the rest of Europe still nice and warm, if only because there was always a slightly cool breeze coming off the sea) and we were at the very front of the ferry and saw the bow open up like a giant shark mouth to spit us all back out. 


Ah, there's no end to the surprises: apparently the beer on the ferry is so cheap that Swedes just go there and back for 98DKK, buy big packs of canned beer and it's probably still worth it. Funnily enough, the sale only ever goes as far as halfway - 10min - and when Swedish waters are reached, the outlets shut down. 


Thankfully, we have a room facing the courtyard today and are unlikely to be roused from sleep tonight by surprisingly stupid, drunk, yelling people. Copenhagen is very aggressively loud. And in general, motorcycles should be banned from brum brum. 


My Dürüm had today surprisingly little green stuff, but a lot of falafel, is somehow also vegetables, but somehow not what I wanted. Now I have at least a large remainder for tomorrow to take along on the trip. 


Respect! You've read this far? And you wonder if the surprises for today do not finally come to an end? 


Surprisingly, I'm wondering the same thing, and if Malte doesn't get out of the shower right away, maybe the word "surprise" is about to be overused to such an extent that....


Ah, lucky for all of us, she's back.


That's it for today.


And bye!







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