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Tag 4 - Bad Fallingbostel -> Dedensen 66km

Niedersachsen

Tag des Roadkills, Tag der Autos, Tag des Regens 

So, heute muss es schnell gehen. Wir sind bei meiner Tante und Onkel gelandet. Deren Söhne, meine Cousins kamen dazu und die Freundin des einen Cousins. Alle schon geimpft, also bitte nicht rumheulen. Und weil es so schön war sie alle wiederzusehen, ist es jetzt schon 21:44 und es muss jetzt schnell gehen, alle gemeinsam gesammelte Stichwörter unterzubringen. Wir müssen um 7 Uhr aufstehen, denn morgen haben wir insgesamt 840 Höhenmeter vor uns - und den Nienstedter Pass. Außer, die Menschen die wir morgen nach 20km kurz vor diesem Pass treffen, raten uns mit Händen und Füßen davon ab. Pass - Pass in Niedersachsen. Wir sprechen hier von der Maximalhöhe von 280 Metern über NN. Also alles noch nichts im Vergleich zu dem, was uns wohl noch bevorsteht. Den Pass zu umfahren kostet uns 3km und wir sparen 100 Höhenmeter an diesem Tag. Schauen wir mal.

*plock plock rums* Die Chinesische Schlampe klopft an die Tür. 

Und auch hier bitte nicht rumheulen - damit ist der Saugroboter gemeint. Seid mal bitte alle nicht so woke. Und wer gerade nicht weiß wovon ich schreibe - egal - einfach weiterlesen.

Zu meiner Tante und Onkel wollten wir eine Packung Heidelbeeren mitbringen. Gut dass wir das nicht getan haben, denn sie werden von ihrem Sohn versorgt, der Betriebsleiter einer großen Obstimportfirma ist, mit bester Ware versorgt.

"Brandenburg - Birne, Apfel, Pflaume - besuchen Sie unser schönes Brandenburg."

You won't believe it - das war unser erster Werbevertrag den wir für unseren Blog bekommen haben und ja, das stimmt natürlich nicht, aber ich musste dieses Zitat irgendwie im heutigen Beitrag unterbringen.

Wie man vielleicht merkt, ist die Stimmung weiterhin heiter, obwohl das Wetter heute echt nicht schön war. Es regnete die ganze Zeit. Und hinter Bad Fallingbostel gibt es keine Radwege mehr. Und es gibt so viele Autos. Und Orte wurden rund um Landstraßen gebaut. Und diese Orte beherbergen nichts als Menschen. Kein Laden, keine Tanke und kein Snickers. Wir WOLLTEN ja bei 40km eine Pause machen und Snickers essen, und fuhren durch mindestens 5 Ortschaften die einfach nichts hatten. Gar nichts. Kein Laden, kein Kiosk, gar nichts. Zack waren es 50km seit dem Frühstück. Ich musste jetzt einfach was snacken und wir setzten uns in die überdachte Bushaltestelle. Ich kramte mein Baguette von gestern hervor, aß noch eine Kartoffel von vorgestern und als wir dann um die nächste Kurve rollten, sahen wir von weitem schon Neustadt am Rübenberge mit einem großen Gewerbegebiet. Es trennten uns also nur noch 2,7km von der Bushalte zum Snickers. Das wurde dann trotzdem verzehrt und wir bekamen kurz einen Wutanfall ob der vielen Autos und der schlechten Gewerbegebietplanung, die offenbar keinen Milimeter an die Radfahrenden geacht haben. So kriegt man die Leute einfach nicht aufs Rad. HIER wurden in der Coronazeit garantiert keine neuen Fahrräder gekauft. Sondern nur neue Autos. Alles nur für Autos. Autos Autos Autos boah.

Der Tag startete mit einer kleiner handwerklichen Challenge: Wir waren 2km gefahren, da fragte ich Malte, was ihr Rad denn für komische Geräusche machte. Das war nicht ihr Rad, sondern ihr Reifen - Platten. Und dann zieh mal einen neuen Reifen vom Rad und zieh den mal wieder drauf und das ganze mit einer Minipumpe. Die konnte zwar genügend Bar auf den Reifen bringen, jedoch saß der Reifen nicht richtig in der Felge und Malte lief unrund. Im nächsten Ort nochmal gehalten, nochmal neu gepumpt und dann mit Fingerspitzengefühl und richtig Druck auf dem Reifen machte es *peng* und der Reifen saß  richtig in der Felge. 

Aber das ist schon alles wieder vergessen durch den netten und herzlichen Empfang den wir hier mit Kaffee und Kuchen bekommen haben.

Und wenn wir morgen dann den Nienstedter Pass bezwungen haben oder nicht, werden wir uns um die Bielefeldverschwörung kümmern. Dort soll unsere Jugendherberge sein. 

Oder auch nicht.


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