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Niederlande Tag 4 - 69km Regen und Wind

18:00

Wir sind seit 16:15 in unserer Unterkunft und ich würde gerne sagen, dass es draußen Bindfäden regnet, so wie es noch heute Mittag vorhergesagt war, aber nein, es ist wechselnd bewölkt, trocken. Wir fühlen uns wie Kevin allein zu Haus. Wir haben ein Zimmer im Dachboden eines Privathauses, aber die Besitzer*innen sind ausgeflogen. Es ist sehr ruhig. Ganz anders als gestern das Zimmer im WestInn hinter dem Deich. Das was den Rest des Abends so laut war, war nicht die adhs Hollandschlagermusik, sondern ein 60. Geburtstag in der Bar vor unserem Fenster. Wir ebenerdig, die ebenerdig, die Straße 3m breit. Und von der Straße ging ein 1m breiter Gang zwischen den Häusern durch zu unserer Eingangstür, so hatten wir den Lärm von beiden Seiten. Aber dank der guten 3M Ohrstöpsel bin ich sofort eingeschlafen und erst aufgewacht, als draußen auf der Straße Basketball gespielt wurde. Am nächsten morgen stellte sich heraus, dass es nicht Basketball war, sondern dass andere Gäste, wahrscheinlich von der Party nebenan, an deren eigene Hoteltüren gedonnert hatten, damit ihre Partnerinnen (?), die wohl schon schliefen, sie rein lassen. So sagte es jedenfalls Malte. In meinem Kopf wird es für immer Basketball bleiben. 

Das Wetter des Tages war als Regen vorhergesagt. Also alles regenfest gemacht, die Regenklamotten griffbereit und los ging es. Der Wind ließ auch nicht lange auf sich warten und um 10:00 startete der Regen. 


Angenehmerweise nicht schlimm und es war kühl genug, dass uns in den Regenklamotten (kurze Regenhose!) nicht zu warm war. Und es regnete auch gar nicht lange, beim Mittagessen war alles schon wieder trockengeweht. Und auch heute war es wieder Gold wert, im Innland gefahren zu sein. Wind zwischen 14 und 27 Knoten.

Einen Kaffee gab es nicht, alles auf der Strecke hatte zu, eine Pause machten wir trotzdem, hinter einer Kirche. Wir saßen nichtmal auf der Bank, da kam schon ein neureich gekleideter Mann um die Ecke und zwang uns, ihm zu ihrem Wasserspender zu folgen und seine Geschichte anzuhören, dass die Kirchenmitglieder sehr affin zum Jakobsweg seien und der Wasserspender eine große Jakobsmuschel darstellte und man weiter oben auf eine andere Jacobsmuschel drücken musste, damit Wasser raus kam. Er freute sich sehr darüber uns das zu zeigen und drückte selbst fünfmal auf die Muschel. Und wir freuten uns, dass die Leute hier so nett sind. Dann rauschte er mit seinem Porsche Cayenne von dannen. 

Die Umgebung ist nun deutlich belebter als in den ersten drei Tagen.

Mittag in Alkmar. Unser Ziel war ein Shoppingcenter mitten in der Stadt. 


Einen Foodcourt gab es da zwar nicht, aber einen Outdoorladen in den Malte verschwand. In dem Malte verschwand. Verschwand. Sie war weg für 20 Minuten. Dabei wollte sie nur nach einer neuen Radhose schauen. Aber irgendwann erhielt ich die Nachricht, dass sie ihre Hose verloren hatte. ... Ich wusste nicht was ich mir drunter vorstellen sollte oder wollte, also checkte ich die Mittagessenslage und fand einen (1) geöffneten Sushi Laden. Und auf dem Weg zum Sushi Laden fuhren wir durch ein wundervolle, typisch niederländische Einkaufsstraße mit Grachten und Böötchen und alles war geöffnet. Im Vorort alles zu, die Sushi Läden bis auf einen alle zu, aber hier High Life in Tüten. Shopping am Sonntag, klingt eigentlich nach einer guten Idee. Der Sushi Laden war gestalterisch eine Katastrophe, aber das Sushi war in Ordnung und darum ging es ja. 

Für die letzten 20km mussten wir sogar die Jacken ausziehen, wurden jedoch von den Böen auf unserer Strecke hin und her geschüttelt oder knallhart ausgebremst. 


Aber die Stimmung war gut und die letzten 4km ballerten wir zu unserem Bed and Breakfast. Überhitzungsattacke als wir unsere Sachen in den Dachboden über senkrechte Treppen hochtragen mussten, aber seitdem ist es hier die Ruhe pur. 

Kevin allein zu Haus wird gleich die Nudeln aufsetzen und dann gibt es schön Abendbrot: Malte die Reste vom Asiaten von gestern Abend, Lars Nudeln mit Tomatensoße und Mais, ein kleiner Spaziergang um den Block und dann wird gelesen und bevor wir das Licht aus machen, beantworten wir noch Fragen von unserem diesjährigen Fragespiel.


Heutiges Feature: Dinge die wir noch nie gesehen haben.

1. Häuser gedeckt mit Reet und Dachziegelmix:


2. Einen Fliegenverscheucher:





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